Marokko 2008

Tagebuch

 


 

(Fes, 2. April 2008)

Samstag, 22. März 2008
München/Holzkirchen

Wir, das sind Bernd, Ron, Steffen und ich (Jürgen), haben uns zu folgender Anreise nach Marokko entschlossen: Die Motorräder lassen wir mit einem Shuttle (Firma BST) nach Malaga bringen, wir fliegen hinterher. Diese Variante kostet plus/minus 100 das gleiche wie alles andere, was wir ins Auge gefasst hatten (auf eigenen zwei Rädern bis Algeciras/Malaga/Sete/Genua und ab dort weiter mit der Fähre), spart aber in der Summe mindestens 5 Tage für An/Abreise. Einen eigenen Hänger, der vier Dickschiffe fassen würde, haben wir leider nicht.

Darum heisst es bereits eine Woche vor Reiseantritt das Motorrad nach Holzkirchen ca. 40 km südlich von München zu bringen, wo Bernd wohnt, und es genügend Platz zum verladen gibt. Am Abend vorher hat es Schneeregen gehabt, aber heute morgen ist es kalt, klar und die Strassen sind weitgehend trocken. Die erste Fahrt in diesem Jahr macht so viel Spass, dass ich an der Ausfahrt Holzkirchen am liebsten vorbei gefahren wäre. - Bei Bernd angekommen warten wir erst mal auf Ron, der am Schliersee einige Schwierigkeiten mit dem Wetter hat, dann wird Pizza bestellt und pünktlich um ein Uhr ist Detlef mit einem zum Moto-Shuttle umgebauten Reisebus plus Anhänger da. Sein eigenes Motorrad ist bereits im Bus (er will selber ein bischen durch Andalusien touren). Unsere vier Africa Twins einzuladen und zu verzurren dauert ungefähr eine Stunde. Den Rest des Wochenendes wird er noch ca. 10 weitere Motorräder in Oberbayern und der Schweiz Richtung Spanien verladen. In einer Woche wollen wir uns dann in Malaga am Flughafen wiedertreffen.

Zu erwähnen bleibt eine neue Erfahrung: Da ich 90% des Gepäcks am Motorrad habe, ist die darauffolgende Woche eine ganz ruhige, der übliche last minute Stress liegt schon hinter mir, ich fange den Urlaub diesmal ganz entspannt an.

 

Samstag, 29. März 2008
München/Erding

Unser Flieger am Sonntag morgen geht recht früh und so hat uns Bernds Freundin Claudia angeboten, bei ihr in Erding in der Nähe des Flughafens zu übernachten und uns am nächsten morgen zu chauffieren. Auf dem Weg nach Erding gibt's erst mal SEV ("Schienenersatzverkehr"), weil zwischen Feldkirchen und Markt Schwaben an der S-Bahn gebaut wird. So erlebe ich vor Afrika noch unbekannte Seiten meiner oberbayerischen Heimat mit dem Bus.

Bei Claudia angekommen warten Steffen und ich auf Bernd, der seine grüne Versicherungskarte vergessen hat, und noch mal schnell nach Holzkirchen zurückgefahren ist. Als er wiederkommt, hat er gleich mehrere dabei, von denen immerhin eine noch vier Wochen gültig ist. (Ron ist bereits vor zwei Tagen geflogen, um seinen Bruder in Andalusien zu besuchen.) Den Rest des Abends gibt's ein leckeres Essen von Claudia und viele Erzählungen vergangener Reiseabenteuer, von denen mindestens die Hälfte nichts mit Motorrädern zu tun hat, sondern mit verlorengegangenem Gepäck und verpassten Anschlüssen auf Flugreisen...

 

Sonntag, 30. März 2008
München - Malaga - Algeciras

147km

Vom Flug via Madrid nach Malaga gibt's nichts besonderes zu berichten, aber danach schlägt Rons grosse Stunde: Zunächst mal ist er gar nicht da. Detlef, der Transporteur, empfängt uns am Flughafen, wir entladen die Mopeds, ziehen uns um, und wie wir langsam anfangen uns Sorgen zu machen, taucht Ron mit einer Stunde Verspätung ohne das geringste Schuldgefühl plötzlich auf. Davon, dass die Nacht vorher die Uhren auf Sommerzeit umgestellt wurden, hört er von uns zum ersten Mal... - Rons zweiter Auftritt kurz danach: Seine Kiste bleibt mit Zündaussetzern und ohne Licht stehen. Die erste Schrauberei der Reise steht an. Ist schnell gefunden: Der Stecker zwischen Lichtmaschine und Regler ist zusammengeschmolzen und hat keinen Kontakt mehr. Wir schneiden den Stecker raus, schliessen das ganze mit Klemmen zusammen und nach einmal anschieben läuft alles wieder.

Ich war das letzte Mal mitte der 90er in Algeciras, unserem Tagesziel, und kann mich an die Gegend nicht mehr näher erinnern. Nach Kartenstudium wollen wir in den kleinen Küstenorten zwischen Gibraltar und Algeciras eine nette Pension suchen. Das erweist sich als unsinnig, da die Gegend ein einziges Industriegebiet ist. Also dann doch Algeciras. Nach einiger Fragerei landen wir im Hotel Al Mar.

Die Innenstadt von Algeciras macht den Eindruck, als könnte sie ganz quirlig sein. Heute ist aber alles, inklusive der Kneipen, geschlossen. Obs am Sonntag liegt, oder der Vorsaison, wissen wir nicht. Lediglich direkt am Hafen herrscht ein bischen Leben. Wir landen in einer Kneipe, die "Andaluz" heisst, dem Betreiber und dem Publikum nach wohl besser "Marrocain" heissen sollte.

 

Montag, 31. März 2008
Algeciras - Ceuta - Chefchaouen

322km

Fährtickets kaufen und Überfahrt nach Ceuta geht schnell und problemlos.

An der spanisch-marokkanischen Grenze ist's dann nicht mehr ganz so problemlos, was allerdings nicht an den Offiziellen liegt (im Gegensatz zu früher alles ganz einfach), sondern an mir. Heute bin nämlich ich mit dem schrauben dran, ebenfalls Elektrik. Genau im Niemandsland zwischen Spanien und Marokko bleibt meine Kiste mit komplettem Stromausfall stehen. Die Ursache ist schnell gefunden - auf der Batterie hat sich ein Kontakt gelockert -, aber nicht ganz so schnell behoben. Schraube und Gegenstück sind abgenutzt und lassen sich nicht mehr anziehen. Dauert etwas, da was haltbares hinzuimprovisieren.

Die Farben! Hinter Tetouan die Küstenstrasse in Richtung Osten und dann ab El Jebha ins Rif-Gebirge. So ein grelles Hellgrün der Felder und Wiesen habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Das ganze im Kontrast mit leuchtend rotbraunen unbestellten Äckern und dem strahlend blauen Himmel. Habe ich so wirklich noch nie erlebt, und werde ich bestimmt nicht mehr vergessen! Hat übrigens nichts mit die Farbwahrnehmung intensivierenden Substanzen zu tun, für die das Rif-Gebirge bekannt ist, und die man dort auch häufig angeboten bekommt.

Wir haben zwar eine ungefähre Vorstellung, was wir machen wollen, aber keinen genauen "Plan". Der Reiseführer (oder genauer gesagt "die" Reiseführer, nämlich "Reise-Know-How" -RKH- und "Lonely Planet" -LP-) belehrt uns am Spätnachmittag darüber, dass in den kleinen Städten und Dörfern des Rif von allen erwähnten Unterkünften ausdrücklich abzuraten sei. Es dämmert bereits und nach Chefchaouen, wo wir eigentlich gar nicht hin wollten, sind es rund 150km. Also steht unsere erste Nachtfahrt bevor. Ist irgendwo zwischen witzig, kopfschütteln und nervenaufreibend, denn die Leute hier fahren, wie man es sich nach Klischee vorstellt: bekift eben.

In Chefchaouen geht alles glatt: Das Hotel Madrid ist im Reiseführer empfohlen, mit der GPS-Karte problemlos zu finden und hat zwei günstige Doppelzimmer frei. In der Nähe des Hauptplatzes gibt's dann noch lecker zu essen, ein gelungener Tagesabschluss!

Licht und Farben

 

Dienstag, 1. April 2008
Chefchaouen - Fes

233km

Morgens schlendern wir durch die Medina von Chefchaouen. Recht klein, ruhig, etwas verschlafen, aber irgendwie liebenswert.

Um die Mittagszeit Abfahrt in Richtung der alten Königsstadt Fes, in der wir zwei Nächte bleiben wollen. Zunächst entlang der N13, landschaftlich reizvoll, wenig Verkehr, dann weiter die R408 und R501 über die Barrage el Wahda nach Fes. Während es an der Küste und im Rif trotz strahlendem Sonnenschein kühl war, fahre ich heute bei weiterhin wolkenlosem Himmel im Cross-Shirt. Wir kommen auch bald ins schwitzen, denn entlang der Barrage ist die in der RKH-Karte als Haupt- und in der Michelin-Karte als Nebenstrasse ausgewiesene Strecke über 20km Piste. So kommen wir mit den vollbeladenen Motorrädern zu unserem ersten Off-Road-Trip.

Für Fes haben wir uns vorab ein Hotel rausgesucht, finden es auch problemlos, nur leider ist es ausgebucht. Es folgt eine Kreuz- und Querfahrt durch den Feierabendverkehr dieser Millionenstadt, aber überall, wo wir anfragen ist es entweder zu teuer oder ausgebucht. Schliesslich vertrauen wir uns einem "faux guide" an, der uns zum Hotel Royal bringt. Später begleitet uns der Junge in ein gutes aber teures Restaurant und organisiert einen anderen, gut deutsch sprechenden faux guide für unseren morgigen Besuch in der Medina. Erstaunlicherweise lehnt er jegliche Bezahlung ab, er scheint alleine auf Provision zu arbeiten.

 

Mittwoch, 2. April 2008
Fes

Abdullah, der Führer, erwartet uns um halb neun im Hotel, wir gehen in einem nahegelegenen Cafe frühstücken. Er will umgerechnet ca. 15 für eine ganztägige Führung durch die Medina, sowie 30 für einen Fahrer. Ersteres erscheint uns günstig, letzteres erweist sich im nachhinein als recht teuer, da wir den Fahrer nur am Vormittag für ca. 2 Stunden in Anspruch nehmen werden.

Los geht's zu sechst in einem alten Mercedes 300D zunächst zu einer wenig beeindruckenden Residenz des derzeitigen Königs und weiter auf eine Festung südlich der Stadt, von der aus man einen beeinduckenden Blick hat. Dazu gibt's einen kurzen Abriss über Geschichte und Entwicklung der einzelnen Stadtteile, sowie, da die Festung über einem kleinen Fluss liegt, interessantes über das Wasser-, Abwasser- und Feuerlöschsystem. Nächster Halt eine staatliche Töpferei, wieder mit etlichen Erläuterungen und auch mit Verkaufsversuchen. Noch aber sind wir standhaft.

Inzwischen fallen uns weitere inoffizielle deutschsprachige Führer auf, die erstaunlicherweise ebenso wie unserer nur einen Arm zu haben scheinen. Im RKH ist ein einarmiger deutschsprachiger guide erwähnt und empfohlen. Das scheint sich rumgesprochen zu haben. Ob wir den "echten" erwischt haben, wissen wir nicht, wir sind am Ende aber mit unserem ganz zufrieden.

Das Ende der Fahrt ist an einem der Tore zur Medina, in der wir den Rest des Tages zu Fuss verbringen werden. Die Eindrücke - Farben, Gerüche, Geräusche, Enge, Gemäuer - lassen sich schwer beschreiben. Der Souk von Fes braucht sich vom Flair her hinter Kairo oder Istanbul absolut nicht zu verstecken! Auch die schiere Grösse des zusammenhängenden unbeschädigten Altstadtbereiches sucht ihresgleichen. Herausragende Gebäude findet man in Fes kaum, zu den wenigen grösseren Moscheen haben Andersgläubige keinen Zutritt.

Unser geführter Irrgang durch die Altstadt besteht also im Wesentlichen aus: Staunen, Impressionen und immer wieder Besuche in verschiedenen Manufakturen mit Verkaufsgespräch. Die Erläuterungen sind sehr informativ, und die anschliessenden Verkaufsversuche werden bei erkennbarem Desinteresse sofort abgebrochen. Ein gutes Argument, das meist verstanden wird, ist, dass unsere Frauen nicht dabei sind, und wir zuhause Ärger kriegen, wenn wir was mitbringen ohne das vorher abgesprochen zu haben.

Ich versuche mal die Läden zusammenzufassen, hoffentlich vergesse ich nichts: eine Gerberei (beeindruckend vor allem die grossen in den Boden eingelassenen Lehmwannen, in denen im Freien die leuchtenden Farben zubereitet werden), eine Teppichmanufaktur (an der mich das gut hergerichtete Gebäude fasziniert), eine sogenannte Apotheke (also ein Laden, in dem es Düfte und Gewürze gibt, und in dem Ron zum erstenmal schwach wird), schliesslich eine Bekleidungsmanufaktur (in der Ron zwei Djellabas ersteht, von denen er die ganzen Tage schon begeistert war).

Recht spät ein gutes preislich akzeptables Mittagessen auf der Dachterrasse eines typischen alten Bürgerhauses ("Riad") mit fantastischer Aussicht. Ich klinke mich danach aus und fahre ins Hotel zurück, wo ich anfange dieses Tagebuch zu schreiben. Allzuviel habe ich den Erzählungen der anderen nach auch nicht mehr versäumt.

Es ist das erste Mal, dass ich mich auf so einen guide eingelassen habe. Fazit: Insgesamt 50 für vier Leute und einen langen Tag sind angemessen, man hat von der Stadt in jedem Falle wesentlich mehr, als wenn mans in kurzer Zeit auf eigene Faust versucht. Die Verkaufsversuche waren so zurückhaltend, dass sie nicht wirklich gestört haben. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass die Anwesenheit des guide uns möglicherweise vor einiger "Anmache" bewahrt hat.

Das war die Medina, aus dem 8. Jahrhundert. Dann gibt es noch Neu-Fes, aus dem 13. Jahrhundert, sowie die von den Franzosen errichtete Neustadt, in der sich auch unser Hotel befindet. Wir haben also noch lange nicht alles gesehen. Trotzdem werden wir morgen in den Hohen Atlas weiterfahren. Hoffentlich haben wir im weiteren Verlauf unserer Reise für Marrakech dann mehr als nur einen Tag Zeit.

Mir ist aufgefallen, dass die Marokkaner (Kontakte zu Marokkanerinnen gibt es ausser an der Hotelrezeption nicht) verglichen mit meinem ersten Marokko-Besuch vor über 10 Jahren relativ (für arabische Verhältnisse) unaufdringlich und eher uneigennützig hilfsbereit sind. Beim Abendessen komme ich mit dem Kellner darüber ins Gespräch. Der nimmt meine Beobachtung erfreut zur Kenntnis und erläutert, dass seit einigen Jahren in Schulen und Medien massiv auf die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus hingewiesen wird, sowie auf den Image-Schaden, der durch agressives Verhalten ensteht. Darüber hinaus sind zumindest jüngere Marokkaner in den Städten nicht zuletzt durch das Internet über andere Länder und Kulturen gut informiert und treten Ausländern daher mit grösserem Respekt gegenüber. - An meinem positiven Eindruck über die Menschen in Marokko wird sich auch im weiteren von wenigen Ausnahmen abgesehen nichts ändern.

Städte

 

(Merzouga, 5. April 2008)

Donnerstag, 3. April 2008
Fes - Midelt

239km

Wir frühstücken einige Kilometer ausserhalb von Fes in einem Strassencafe und fahren auf der Hauptstrasse N8 Richtung Süden durch eine fruchtbare Ebene, die zunächst sanft auf ca. 1000m ansteigt. 50km südlich von Fes geht es dann richtig bergauf in den Mittleren Atlas. Unser Mittagsziel ist Ifrane, ein beliebter Naherholungsort der Fassi (Bewohner von Fes). Vorher verlassen wir noch kurz die N8 nach Osten, um einige reizvolle kleine Pisten zu fahren.

Im LP steht was von Ifrane und Ähnlichkeit mit der Schweiz. Stimmt und stimmt auch nicht. Der Ort selber macht tatsächlich einen unmarokkanischen Eindruck, äusserst gepflegt und vom Stil der Gebäude her ein wenig alpin, inklusive ausgedehnter Anlagen des Palais Royal. Landschaft und Vegetation jedoch, trotzdem zwischen 2000-2500m hoch gelegen, wirken eher wie ein europäisches Mittelgebirge.

Weiter über eine zunächst fruchtbare Hochebene, die dann immer karger wird, so dass sich zum ersten mal ein Hauch von Wüsten-Feeling einstellt. Den südlichen Abschluss des Mittleren Atlas bildet wieder eine mittelgebirgsähnliche Landschaft mit bewaldeten Tälern (und Ski-Liften!), die hie und da den Blick über eine weite wüstenartige "Tief"ebene (immer noch um die 1500m hoch) auf den Hohen Atlas freigeben. In dieser Ebene noch ein grandioses Foto-Shooting: Motorräder in der Wüste vor Schneebedeckten Gipfeln. Ron bringt es auf den Punkt: So stellt er sich die Mongolei vor! - Am Fusse des hohen Atlas liegt unser Tagesziel Midelt, wo wir einige Kilometer ausserhalb in der Auberge Jaafar unterkommen.

Ansonsten, von hinten nach vorne:

In Midelt an der Tankstelle erinnern mich die Leute ausnahmsweise an das Marokko, das ich von früher kenne. Wir werden sofort von zehn aufdringlichen bis aggressiven Jugendlichen umlagert, die allerlei Dienste und Souvenirs anbieten.

Zum ersten Mal während dieser Reise sehe ich eine Wolke am Himmel.

Und schliesslich schmeisst es mich heute zum ersten Mal. In einer engen ausgewaschenen Bergaufpassage während unseres Pisten-Abstechers um Ifrane denke ich einen Augenblick lang nicht an meine Seitenkoffer, bleibe rechts an einem Felsvorsprung hängen und überschlage mich nach links. Mir ist nichts passiert, der rechte Koffer allerdings schaut übel aus (zerbeult, Halterung teilweise abgerissen, hängt nur noch am Spanngurt), der linke Spiegel ist abgebrochen. Den Koffer improvisieren wir vor Ort wieder hin. - Dass ich neben der normalen Touratech-Halterung meine Koffer auch noch mit einem Spanngurt sichere, war in gewisser Weise ein Fehler: Der Gurt hat den Koffer zwar gehalten, die Halterungen sind trotzdem hin; ich vermute mal, ohne den Gurt wäre der Koffer einfach stumpf abgerissen und es hätte mich nicht geschmissen.

Bei der Gelegenheit fällt mir auch auf, dass mein Maskottchen, ein kleiner Teddybär, den mir eine Freundin mal geschenkt hat, und der mich seit vielen Jahren beim Motorradfahren begleitet, in meiner Winterjacke in München schlummert. Jetzt bloss nicht abergläubisch werden...

 

Freitag, 4. April 2008
Midelt (Cirque du Jaafar, Rundfahrt am Hohen Atlas)

291km

Wir verlassen unsere Auberge in Richtung Westen und folgen einer im RKH beschriebenen weitgehend einfach zu fahrenden Piste. Die Gegend ist kontrastreich: die zum greifen nahen schneebedeckten Gipfel des Atlas wirken hochalpin, die direkte Umgebung mit Olivenhainen mediterran und die trockene Ebene unter uns wüstenartig. Nach einem kurzen sehr groben Wegstück landen wir am Tizi-N-Zou (Tizi=Pass) auf einer autobahnartig ausgebauten Piste mit einigen harmlosen Flussdurchfahrten. Mittagskaffee in Tounfite, gegenüber des "Werksplatzes", wo gerade unter freiem Himmel ein LKW-Motor getauscht wird. "Wertvoll", wie uns einer der Mechaniker erklärt.

Ron verlässt uns hier, fährt auf Asphalt zurück nach Midelt, denn er hat sich auf der erwähnten groben Passage auf die Klappe gelegt, Schulter und Hüfte geprellt sowie einige Rippen gebrochen. Wir kommen einige Asphaltkilometer weiter westlich wieder auf eine Piste, die in gutem Zustand entlang einer grünen Flussoase in ansonsten wüstenähnlicher Landschaft führt, das ganze weiterhin überragt vom Schnee des Atlas. Zum Schluss noch mal Schotterautobahn, die südlich von El-Kbab auf die asphaltierte R503 mündet. - Wir haben uns am Ende einfach treiben lassen, haben trotz GPS unsere Entfernung nach Midelt gründlich unterschätzt und müssen jetzt ordentlich Gummi auf dem Asphalt lassen um noch rechtzeitig zum Abendessen zurück zu sein. Endet in unserer zweiten Nachtfahrt.

 

Samstag, 5. April 2008
Midelt - Merzouga

281km

Auf in die Wüste! Unser Tagesziel Merzouga, ca. 250km südlich von Midelt, liegt am Erg Chebbi, dem ersten grösseren Dünengürtel der nördlichen Sahara. Zunächst geht es auf einer gut ausgebauten Strasse entlang unspektakulärer Täler auf den Tizi-N-Tairhemt und über den hohen Atlas. Entgegen kommen uns Motorräder der Touareg Ralley 2008, die die letzen Tage im Erg Chebbi war und jetzt Richtung Norden unterwegs ist. Beim Mittagessen in Er-Rachidia treffen wir zwei Ralley-Fahrer und quatschen ausgiebig.

Der nächste Abschnitt entlang der Oases du Ziz ist einfach überwältigend. Mitten in die Steinwüste ist ein satt grünes Flusstal eingeschnitten. Die Strasse führt teilweise entlang des oberen Talrandes, teilweise durch die Oase. Und wieder beeindrucken die satten Farben und die Schärfe der Kontaste. Ab dem südlichen Talausgang tauchen erste Sandfelder auf, bis sich schliesslich die Dünenkämme des Erg Chebbi abzeichnen.

Das Hotel Kasbah Panorama, das wir auf Empfehlung von RKH und LP ansteuern, ist kurz vor Merzouga kaum zu verfehlen. Es liegt auf einem kleinen Hügel in der Hammada (Basaltwüste) und bietet einen phantastischen Ausblick sowohl auf den Erg als auch die Oase von Merzouga.

Nach einem kleinen Abendspaziergang in die Dünen wird das Sonnenuntergangs-Fotoshooting durch aufkommenden Wind und entsprechend Staub in der Luft getrübt. Beim Abendessen unterhalten wir uns lange mit dem Besitzer und dem einzigen weiteren Gast, einem Franzosen, der seit seiner Pensionierung Reisegruppen in Marokko betreut und dessen Kunden heute eine Nacht in den Dünen verbringen.

 

(Boumalne-du-Dades, 7. April 2008)

Sonntag, 6. April 2008
Merzouga, Rundfahrt um den Erg Chebbi

128km

Morgens kurz vor sechs raus, um den Sonnenaufgang über dem Erg zu bewundern. Ist jedoch recht blass, da weiterhin sehr viel Staub in der Luft liegt. Beeindruckender ist die Stille, die einen umgibt.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf, den Erg auf Pisten zu umrunden. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten: eine "enge" Variante, immer direkt am Fuss der Dünen, und eine, die in etwas grösserem Abstand in der Hammada verläuft. Wir fahren gegen den Uhrzeigersinn und wählen zunächst die enge Variante. Die ersten paar hundert Meter sind sandig und permanent von kleinen Dünen überweht. Ron dreht sofort wieder um, da das gelegentlich erforderliche kräftige Zupacken am Lenker Schmerzen und hässliche Geräusche an seinen angeknacksten Rippen verursacht. Der Rest bricht das Unterfangen kurz darauf ebenfalls ab, da wir keine Lust haben auf diese Weise runde 100km zu fahren.

Einige Kilometer südlich von Merzouga dann der Einstieg in die "weite" Ergrunde. Der Südteil ist tief verspurte Sandpiste, auf der sich Bernd hinlegt und kurz danach auch ich. Mensch und Maschine nix passiert, allerdings liegt das Motorrad kopfüber vom Pistenrand in einer Rinne. Da die anderen zwei weit voraus sind, bleibt mir nichts anderes übrig, als von Hand zu schaufeln, und immer wieder zu versuchen die Maschine auf die Beine zu stellen, wobei sich meist wenig tut und ich jedes Mal bis zu den Knien im Weichsand versinke. Nach schätzungsweise einer viertel Stunde und zehn Versuchen habe ich es schliesslich geschafft, was bei rund 200kg Motorradgewicht einem Heben von zwei Tonnen entspricht. Frühsport halt.

Auf der Ostseite des Erg wird die Piste deutlich besser, fester Untergrund, mässig verspurt, kaum Sandverwehungen. Von den Dünen, die laut GPS nur wenige hundert Meter weg sind, ist kaum etwas zu sehen, da der Wind immer heftiger und die Sicht immer schlechter wird. Trotzdem geht es flott ins 50km entfernte Rissani am Nordrand des Erg. Tanken und den typischen "the à la menthe" trinken. Zurück auf der Westseite der Dünen auf einer Piste entlang derer eine ganze Menge Hotels liegen, ebenfalls gut fahrbar. Allerdings herrscht inzwischen ein Sandsturm, dass man kaum noch die Hand vor Augen sieht.

Wieder im Hotel wird das Wetter schlagartig besser und die anderen fahren zu einem nahegelegenen See, an dem Flamingos brüten sollen. Ich habe für heute keine Lust mehr, wasche Wäsche und repariere meinen nach dem Unfall vor einigen Tagen notdürftig geflickten Koffer jetzt ordentlich.

Landschaften

 

Montag, 7. April 2008
Merzouga - Boumalne-du-Dades

248km

Während des Frühstücks diskutieren wir, wie wir weitermachen. Einerseits gäbe es hier noch einiges zu sehen/fahren, andererseits schaut das Wetter nicht gut aus (leichter Sandsturm) und in unserem abgelegenen Hotel gibt es wenig um sich die Zeit zu vertreiben. Wir entscheiden, Richtung Dades-Schlucht aufzubrechen, wobei wir wegen der vollbepackten Motorräder, des zweifelhaften Wetters und der Pistenzustandsberichte des Franzosen von vorgestern abend von Offroadfahrten absehen.

Bereits zwischen Merzouga und Rissani wird der Sandsturm heftiger und zu allem Überfluss bleibt auch noch Steffens Kiste stehen. Benzinpumpe, Kontakte verschmort. Steffen biegt und feilt das hin, braucht aber mehrere Anläufe und Zwangspausen, bis es wieder zuverlässig funktioniert.

Ab Rissani eine Nebenstrasse in Richtung Tinejdad, der Anfang der sog. "Strasse der Kasbahs". Gesehen habe ich davon nicht eine einzige, denn jetzt bläst ein Sandsturm, wie ich ihn vorher erst einmal erlebt habe. Nicht gerade angenehm zu fahren, hinterlässt aber bleibende Eindrücke: Das permanente prickeln des Sandes auf der Haut, durch Motorradkleidung und Schutzmaske hindurch, löffelweise Sand, der sich unweigerlich im Mund sammelt, im Sekundenabstand wechselnde Lichtverhältnisse von stockdunkel über grell rot, gelb bis neblig weiss, bei Sichtweiten zwischen 5 und 50m, die uns immer wieder zu Schrittgeschwindigkeit zwingen. Marokkaner fahren bei diesen Verhältnissen übrigens mit Warnblinker, nur die übervorsichtigen machen das Licht an. - Ab Tinejdad über Tinerhir bis Boumalne verläuft die Strasse in einem weiten auf 1500m ansteigenden Tal. Der Wind ist weiterhin heftig, die Luft jetzt aber einigermassen klar. Der Himmel ist wolkenverhangen und zum ersten Mal während dieser Reise ist es empfindlich kalt.

Abends im Hotel Kasbah Dades (ehem. Chems) entsanden wir uns zuerst selber, dann klopfe ich mehrere Esslöffel Sand aus meinem Luftfilter. Meinen Scheinwerferschutz aus Plexiglas kann ich wegschmeissen, er ist im Sandsturm blind geschmirgelt worden. Die sonstigen Plastikteile am Motorrad, die Spoilerscheibe und meine Cross-Brille haben gottseidank nichts abbekommen.

 

(Boumalne-du-Dades, 9. April 2008)

Dienstag, 8. April 2008
Boumalne-d-D, Rundfahrt Dades- und Thodra-Schlucht

195km

Die Dades- und die Thodra-Schlucht gehören laut Reiseführer zu den landschaftlichen Highlights Marokkos. Boumalne liegt am südlichen Ausgang der Dades-Schlucht, die wir heute nach Norden aufwärts fahren wollen. Der untere Teil ist asphaltiert, weiter nördlich dann Piste, die kurz vor Imilchil auf den oberen Teil der Thodra-Schlucht trifft, die dann wiederum Richtung Süden bis Tinerhir verläuft. Alternativ gibt es auf halber Höhe eine direkte Pistenverbindung zwischen beiden Schluchten über den 2650m hohen Tizi n' Uguent Zegsaoun.

Wir brechen bei phantastischem Wetter und Licht auf, kommen nur langsam voran, da wir alle paar Meter Fotopause machen. Die Reiseführer haben nicht zuviel versprochen, die Dades-Schlucht ist eine Bilderbuch-Taloase in der Bergwüste am südlichen Fusse des Hohen Atlas. Leider spriessen überall mehr oder weniger ästhetische Hotelkomplexe aus dem Boden. Ausserdem werden wir bei jedem Stop sofort von Souvenirverkäufern umlagert.

Am Ende der Asphaltstrasse in M'Semrir ist es landschaftlich nicht mehr so aufregend und daher etwas ruhiger. Wir essen in einem kleinen Restaurant sehr gut zu Mittag und machen uns auf die Direktverbindung zur Thodra-Schlucht. Diese ist in beiden Reiseführern als fahrerisch sehr anspruchsvoll beschrieben, Fahrtdauer ca. 5 Stunden, was wir uns für rund 40km absolut nicht vorstellen können. Der Einstieg ist schwierig zu finden, weder im RKH noch auf der GPS-Karte richtig beschrieben. Ron kehrt recht schnell wegen seiner Rippen wieder um. - Über die Landschaft kann ich nichts sagen, denn die folgenden zwei Stunden erfordern vollste Konzentration auf die Piste und gehören zu den übelsten Aktionen, die ich mir und meinem Motorrad in 15 Jahren Offroad zugemutet habe. Die Auffahrt zum Pass verläuft lange neben einem Oued auf grober, tief ausgewaschener Geröllpiste, zeitweise verschwindet die Piste auch ganz im Oued. Auf der anderen Seite geht es entlang steiler Berghänge auf grobem Schotter runter, dann wieder neben/in einem Oued, das zum Teil auch noch Wasser führt. Zum Schluss, vor dem Einstieg in die Thodra-Schlucht grobe Stufen im Wechsel mit Geröll. Danach liegen wir erst mal ne viertel Stunde atemlos in der Sonne. - Gelegentlich begegnet man Hirten und Berberkindern, Fahrzeuge habe ich keine gesehen. Ich bin kein 4x4 Spezialist, aber ich habe meine Zweifel, ob das entlang der engen, schrägen und ausgewaschenen Bergpassagen auf vier Rädern überhaupt machbar ist. Die Strecke hat übrigens offiziell im April noch Wintersperre.

Die Thodra-Schlucht, ich fasse mich kurz: Auch schön, aber eher wie eine Klamm in den Alpen. An der engsten Stelle stehen etliche Nobelhotels, die eigentlich von der mit Touristenbussen zugeparkten Strasse nur über "romantische" Holzstege zu erreichen sind. Nicht für uns, der vorgelagerte Fluss ist flach, Bernd und Steffen fahren unter allgemeinem Kopfschütteln durch und parken direkt vor der Terrasse eines Cafes. Irgendwo in der Touristenmasse höre ich eine Frauenstimme: "Des Motorradl is ja aus München, uuunglaublich so was!" Hoffentlich zeigt die empörte Dame uns nicht an.

Motorräder

 

Mittwoch, 9. April 2008
Boumalne-d-D, Rundfahrt Djebel Sarhro

154km

Ich bin hin- und hergerissen. In Boumalne ist mittwochs Markt, das wollen Ron und ich uns nicht entgehen lassen. Andererseits werden Bernd und Steffen noch mal die beiden Täler von gestern fahren, allerdings ohne die mörderische Querverbindung, sondern bis zum nördlichen Talende nahe Imilchil, angeblich harmlose Piste. Beides zusammen, Markt und Imilchil, geht zeitlich nicht. Ich entscheide mich für den Markt.

Wir gehen los, aber zu unserer Enttäuschung ist der Marktplatz wie ausgestorben. Also spazieren wir ein bischen durch den Ort und setzen uns in ein Cafe, von dem aus wir versuchen, verborgen das Treiben und die Menschen auf der Strasse zu fotografieren. Ron verschwindet zwischenzeitlich bei einem Friseur um seinen Bart wieder in Form bringen zu lassen. Das kostet umgerechnet ca. 2, dauert fast ne Stunde, und schaut sehr sauber aus. Nebenbei kriegen wir raus, dass das Cafe abends auch Bier ausschenkt.

Wieder im Hotel zimmern wir uns eine kleine Nachmittagsrunde zurecht. Ich habe was von einem Vallée des Oiseaux gelesen und Ron hat auf der Karte Silberminen in der Nähe entdeckt. Wie wir in östlicher Richtung die Stadt verlassen, kommen wir durch einen Menschenauflauf und stellen fest, dass der Markt auf einem Platz am Stadtrand stattfindet. Aber jetzt wollen wir nicht mehr. - Ins Vogeltal, den nördlichen Ausläufern des Djebel Sarhro vorgelagert, führt eine nette kleine Piste. Gezwitscher gibt's auch genug, aber irgendwelche aufregenden Vögel sehe ich nicht. Ok, ich bin kein Ornithologe. Die Silberminen sind rein industrielle Anlagen, zu sehen oder zu kaufen gibts nix. Wird aber trotzdem ein netter Nachmittag: Wir folgen einer autobahnähnlichen Schotterpiste, inklusive Pistenbaustelle und Umleitung, bis Ikniounn, wo die beiden Cafes des Ortes geschlossen haben. Zurück in Richtung Norden auf den Tizi n' Tikkit geht es durch eine weite, sandige, mit Kamelgrasbüscheln bewachsene Ebene. Während der Djebel Sarhro einen sehr kargen Eindruck macht, kommt hier richtiges Afrika-Savannen-Feeling auf. Dann bergab etwas holprig entlang eines Oueds und schliesslich vor Tinerhir in der Hammada auf eine vielspurige Hochgeschwindigkeits-Piste.

Wir sind zeitig im Hotel, Bernd und Steffen kommen erst gegen acht. Ihre grosse Schluchtenrunde war unproblematisch aber mit knapp 400km doch länger als gedacht. Ausserdem ist Bernds altersschwaches Motorrad von einem Windstoss umgeschmissen worden, wobei die gesamte Frontverkleidung in die Brüche gegangen ist (das Motorrad ist gerademal 200tkm alt!). - Wir gehen in unser Cafe vom Morgen, werden schweigend in einen Hintersalon geführt (unser Ansinnen ist zutiefst unmoralisch und, da das Lokal nicht lizensiert ist, auch illegal!), in dem noch zwei Franzosen mit marokkanischen Freunden sitzen. Dann gibt's ein leckeres aber teures Abendessen samt dem seit Midelt vermissten Dosenbier!

 

(Ouarzazate, 10. April 2008)

Donnerstag, 10. April 2008
Boumalne-du-Dades - Ouarzazate

120km

Kühler Wind, der Himmel wolkenverhangen. Viel haben wir auch nicht vor. Gute 100km bis Ouarzazate, dort ein Hotel suchen und anschliessend noch die nahe gelegene alte Stadt Aït Benhaddou besuchen.

Die Fortsetzung der Strasse der Kasbahs führt von Boumalne in Richtung Westen für mehrere 10km ununterbrochen durch Ortschaften, anschliessend durch ein karges Hügelland, das durch das trübe Wetter auch nicht attraktiver wird. Kurz vor Ouarzazate liegt der Royal Golf Club. Der Club schaut genauso verlassen aus, wie das Villenviertel, in dem er an einem kleinen See liegt.

An der Ausfallstrasse nach Zagora finden wir etwas südlich von Ouarzazate das Hotel La Vallée, mit Pool und allem drum und dran. Dort mache ich mir einen gemütlichen Nachnmittag (inzwischen ist es wieder sonnig und warm), Ron verschwindet für Stunden im Internet-Cafe und Bernd und Steffen fahren noch schnell nach Aït Benhaddou, was ich morgen vorhabe.

Ausserdem lernen wir Mike kennen. Engländer, bestimmt schon weit über 60, 1200GS, "long distance traveller" wie er sich selber nennt, grundsätzlich allein reisend (während der drei Monate im Jahr, die er von seiner Frau Urlaub bekommt). Diesmal war er nach Dakar unterwegs, hat sich kurz vor der West-Sahara abgelegt und dabei am Knöchel verletzt. Fahren kann er zwar noch, aber laufen ist schwierig und Moped aufheben geht schon gar nicht. Drum beschränkt er seine Reise jetzt auf die zivilisierten Gegenden Marokkos. Wird ein unterhaltsamer Abend, seinen mit britischem Humor gewürzten Erzählungen aus Afrika und dem Nahen Osten lauschen, sowie der wirklich guten Percussion-Truppe die im Hotel-Restaurant spielt.

Hotels

 

(Ouarzazate, 12. April 2008)

Freitag, 11. April 2008
Ouarzazate - Zagora - Ouarzazate (Draa-Tal)

327km

Fahre heute doch nicht nach Aït Benhaddou. Wir haben noch eine Woche und müssen langsam anfangen, die verbleibende Zeit etwas zu planen. Ausserdem gehen die Interessen ein bischen auseinander. Alles etwas gemütlicher angehen, oder soviel wie möglich mitnehmen. So beschliessen wir, heute gemeinsam einen Tagesausflug ins 160km entfernte Zagora zu machen, uns dann für einige Tage zu trennen und uns in Essaouira an der Küste wieder zu treffen.

Wir verabschieden uns von Mike, der in die Thodra-Schlucht fährt, wo er eine Pension unter deutscher Leitung kennt. - Das heutige Wäsche waschen fällt überraschend kurz aus: Auf die Frage nach einer Waschmaschine, Waschküche o.ä. im Hotel schaut man uns an der Rezeption ziemlich entgeistert an. "Waschen? Gebt das den Frauen (Zimmermädchen), die nehmen das mit nach hause!"

Südöstlich von Ouarzazate, in Agdz, beginnt das Drâa-Tal, insgesamt vergleichbar mit den Oases-du-Ziz (siehe 5. April), nur dass der (die?) Drâa richtig viel Wasser führt. Bis Zagora lassen wir uns Zeit, machen viele Fotopausen. Ausser dem berühmten Wegweiser ("Tombouctou 52 jours") und modernen Hotels hat Zagora nichts zu bieten. Ron und ich fahren on road wieder zurück, ich versuche mit mässigem Erfolg beim Fahren Leute zu fotografieren. Bernd und Steffen machen noch einen off-road-Abstecher.

Abends im Hotel angekommen klingelt Bernd an, er hat ca.100km vor Ouarzazate eine nicht flickbare Reifenpanne. Das mit dem "nicht flickbar" hat er sich übrigens selber zuzuschreiben. Den Platten hat er in einem Dorf bemerkt. Um einem Auflauf von Kindern zu entgehen, fährt er noch ein paar Kilometer raus, wobei der im Mantel sitzende Nagel gleich eine Vielzahl von Löchern in den Schlauch reisst. Wieder was gelernt. - Ich schnappe mir einen Schlauch und fahre los . Auf halber Strecke kommt mir Steffen entgegen, wir machen "Materialübergabe" und auf dem Rückweg erlebe ich noch einen tollen Sonnenuntergang.

 

Samstag, 12. April 2008
Ouarzazate, Rundfahrt Aït Benhaddou - Telouet

190km

Pläne ändern. Nach unseren Erfahrungen mit der Hotelsuche in Fes wollen wir (also zunächst Bernd und Steffen) in Marrakech vorab telefonisch reservieren. Da aber für heute (Samstag) abend alles ausgebucht ist, ändern die beiden ihre Pläne und bleiben ebenfalls noch einen Tag länger in Ouarzazate. Für Sonntag bis Dienstag haben wir dann zwei Doppelzimmer im CTM-Hotel.

Den Morgen verbringen wir am Pool, den Nachmittag feilscht Ron mit einem Berber um ein Geschenk für seine Tochter. Bernd, Steffen und ich brechen auf Richtung Aït Benhaddou, wo ich mich darauf beschränke vom gegenüberliegenden Hang ein paar Panoramaaufnahmen zu machen. Über Sinn oder Unsinn, diese eigens für den Tourismus hergerichtete Stadt näher zu besichtigen, gehen die Meinungen ohnehin auseinander.

Wir fahren weiter nördlich und kommen in Tamdakht auf eine Piste, die entlang des Flusses Ounila über Telouet bis unterhalb des Tizi n'Tichka führt. Also mal wieder eine Tal-Oase. Steffen bezeichnet die Strecke allerdings hinterher in Übereinstimmung mit dem Reiseführer als die aufregendste in Marokko. Dem kann ich mich voll anschliessen. Landschaftlich der Dades-Schlucht nicht unähnlich, aber, da von Touristen kaum frequentiert, wesentlich urtümlicher. Selbst die sonst auf fast jeder Lehmhütte zu findenden Sattellitenschüsseln fehlen weitgehend. Die Kinder sind eher unaufdringlich, aber offenbar auch hier unvermeidlich. Aus Erfahrung klug geworden halte ich nur noch weitab der Dörfer, um zu fotografieren, oder auf die anderen zu warten. Trotzdem dauert es meist nicht mal eine Minute, bis aus dem nichts hinter irgendeinem Fels oder Strauch jemand angerannt kommt. - Die rund 30km lange Piste ist schön zu fahren. Durchaus grob und ausgewaschen mit einigen harmlosen Flussdurchfahrten, schlängelt sie sich meist oberhalb des Tals in atemberaubender Weise entlang der Felswände, und lässt doch, im Gegensatz zur Dades-Thodra-Verbindung (siehe Dienstag, 8.April) genügend Luft um Ausblick und Landschaft zu geniessen.

Abends friere ich mir noch den A... ab, denn ich bin mittags bei 30 nur im Cross-Shirt losgefahren, und jetzt bläst auf der Rückfahrt vom Djebel Toubkal, mit über 4000m der höchste Gipfel des Atlas, ein eisiger Wind ins Tal.

 

(Essaouira, 15. April 2008)

Sonntag, 13. April 2008
Ouarzazate - Marrakech

200km

Morgens geht's erst mal die Strecke von gestern abend (Asphalt, nicht die Piste) auf den Tizi n'Tichka wieder hoch. Auf dem 2250m hohen Pass decken sich Bernd, Ron und Steffen haufenweise mit Mineralien ein. Ich halte mich zurück, denke, dass ich in Marrakech da wohl billiger drankomme. Kurz nach dem Pass ein super Mittagessen in einem kleinen Strassencafe. Die Nordseite des Atlas runter ist die Gegend mediterran, bevor nahe Marrakech eine öde Ebene beginnt.

In Marrakech mit GPS-Hilfe durch das Gassengewirr der Medina zum Hotel CTM. Vom Dachterrassencafe des Hotels hat man einen phantastischen Blick über den Djema el Fna, oder einfach "la place" genannt, den zentralen Platz in der Medina. Tagsüber ist das Marktplatz, abends machen hier unzählige Fressbuden auf. Ausserdem treiben sich Schausteller, Musiker, Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler rum. Der Platz gehört wegen seiner "geistigen immateriellen Werte" zum Weltkulturerbe.

Ron und ich geniessen erst einmal die Aussicht, während Steffen und Bernd sofort in die Souks losziehen. Als wir später auch losgehen verirren wir uns ganz fürchterlich, so dass wir zur ausgemachten Zeit nicht wieder im Hotel sind, und die anderen diesen Abend nicht wiedersehen. Wir essen an einer der Fressbuden, verlaufen uns noch mal heftig und durchstreifen rund zwei Stunden lang unfreiwillig auch dunkle und menschenleere Gassen der Medina.

 

Montag, 14. April 2008
Marrakech

Bernd und Steffen wollen lieber Strassen als Städte und brechen heute schon wieder auf Richtung Tafraoute und Tal der Ameln im Süden, benannt nach einem Berberstamm mit eigenwilliger Architektur. Bernd hat gestern abend noch eine Rolex mit Echtheitszertifikat für 20 erstanden. - Ron und ich geniessen das Frühstück auf der Dachterrasse. Danach ziehen wir ziel- und planlos durch den Souk, versuchen mal wieder aus dem Handgelenk Menschen zu fotografieren. Erstaunlicherweise werden wir weitgehend in Ruhe gelassen. Der Souk von Marrakech erscheint mir grösser als der von Fes, aber Fes wirkt urtümlicher. Nach unseren schätzungsweise 10km Irrwegen von gestern abend gönne ich mir heute ein kleines Mittagsschläfchen.

Nachmittags mache ich dann vorsätzlich und mit Stadtplan noch mal eine 10km-Runde. Von der Medina in die zu französischer Zeit angelegte Neustadt. Macht insgesamt einen sehr noblen Eindruck, die Neubauten auch für europäische Verhältnisse sauber und ästhetisch, breite Alleen, teilweise schicke Läden, sogar ein Porsche-Händler. Weiter zu den Menara-Gärten am Stadtrand. "Gärten" ist etwas zuviel versprochen, ist einfach eine palmaire mit einem kleinen See und Palais in der Mitte. Scheint aber einer der wenigen Orte zu sein, an dem junge Marokkaner/innen mal ungestört Händchen halten können.

Abends bleiben wir in der Nähe des Hotels, wollen uns nicht schon wieder verirren und finden in einem schönen Riad ein etwas teureres Lokal, das dafür riesige Portionen bietet. - Gelegentlich beweisen Araber auch ausgesprochen Sinn für Kitsch: Das Riad ist zu 99% stilsicher eingerichtet, aber ein Brunnen aus wunderschönen Kacheln ist mit einer typisch amerikanischen bunt blinkenden Leuchtkette verunziert.

Menschen

 

(Essaouira, 16. April 2008)

Dienstag, 15. April 2008
Marrakech - Essaouira

180km

Aus Marrakech raus Richtung Küste geht es knapp 200km schnurgerade, zunächst mit viel Verkehr, nach dem Abzweig nach Agadir dann fast menschenleer. Das ganze durch eine karge, nur im Bereich einiger Oueds etwas grüne, Ebene. Kurz vor Essaouira ein paar Hügel und das ganze wirkt wie Mittelmeer. Im Ort cruisen wir die Strandpromenade rauf und runter, checken im Vente des Dunes ein und gehen noch kurz an den Strand. Einige Zeit später kommen Bernd und Steffen, Steffens Kommentar zum Tal der Ameln: "Ich kann keine Schluchten mehr sehen!"

Das Fisch essen in einem Touristenlokal in der Altstadt ist nicht gut, und Bernd hat in dieser Nacht Magenprobleme. Dafür gibt es mal wieder Alkohol: Rotwein, der, um Aufsehen zu vermeiden, in Kaffeetassen serviert wird!

 

Mittwoch, 16. April 2008
Essaouira

Da die Frühstücksdachterasse des Hotels voll besetzt ist, gehen wir in ein nahegelegenes Restaurant und bekommen dort das wohl beste Frühstück dieser Reise. I. allg. gibt es nur Kaffe, Brot, Butter und Marmelade; hier kommen noch dazu: Pfannkuchen, Käse, ein frischer Orangensaft und für Ron ein Ei.

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmem Wind ist heute Strandtag. Ich bade das erste Mal in meinem Leben im Atlantik! Während Marokkaner am Strand rumlaufen wie Europäer auch, beschränkt sich die Freizügigkeit für Marokkanerinnen auf Knie und Ellenbogen. Lediglich in den wenigen Bereichen des langen und weiten Sandstrandes, in dem man Liegestühle und Sonnenschirme mieten kann (was wir auch tun), zeigen sich einige Französinnen im Bikini.

Am Nachmittag bewundern wir den kleinen Fischerhafen, von dem Ron (gebürtiger Hollländer, kennt sich also mit dem Meer aus) meint, so einen schönen hätte er zuletzt vor 30 Jahren gesehen. Abschliessend noch ein Bummel durch die architektonisch von den Portugiesen geprägte, von Touristen überfrachtete Altstadt.

Etwas müde vom nichtstun wollen wir zum Abendessen nicht mehr weit, versuchen es (ohne Ron, Magenprobleme) gleich um die Ecke in dem Laden vom Frühstück und werden aufs angenehmste überrascht. Da wir auf Nachfrage des Wirts, eines Franzosen, "avec alcohol" wünschen, werden wir in einen Nebenbereich der Galerie geführt, bekommen eine umfangreiche Getränkekarte mit verschiedenen Bier- und Weinsorten, Aperetifs und Digestifs. Auch die Speisekarte bietet eine ungewohnt reichhaltige Variation von Vorspeisen und Salaten, sowie die Standards (diverse Brochettes (Grillspiesse), Tajines (Eintöpfe), Couscous) und allerlei Fisch. Die Salate sind grosszügig und lecker, Bernd und Steffen sind von ihrer Fischplatte hellauf begeistert und auch meine Brochettes gehören zum besten, was ich in Marokko gegessen habe. Das ganze serviert von äusserst zuvorkommenden Bedienungen, und begleitet von einem freundlichen, aufmerksamen Wirt. Nach einem Cognac auf Kosten des Hauses fällt die Rechnung insgesamt etwas teurer aus, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber in jedem Fall ok, die Leistung an sich spitze. Der Laden sei hiermit ausdrücklich empfohlen: Restaurant Les 3 Palmiers, Place 11 Janvier (El Borj), Essaouira. Nahe der "Umgehungsstrasse" Richtung Süden an einem etwas trostlosen Platz gelegen. Innen nett, für marokkanische Verhältnisse etwas kühl eingerichtet, aber super zuvorkommend, hervorragende Auswahl und das beste und umfangreichste Essen das wir hatten!

Motorradfahrer

 

(München, 21. April 2008 / 5. Januar 2010)

Donnerstag, 17. April 2008
Essaouira - Casablanca

387km

Wir trennen uns heute wieder für zwei Tage. Bernd und Steffen wollen via Marrakech, Azrou und Meknes durchs Landesinnere Schluchten und Wasserfälle besichtigen. Ron und ich wählen die kürzere Variante nach Norden entlang der Atlantikküste, die überdies die Möglichkeit bietet auch mal auf der Autobahn schnell Kilometer zu machen.

Zunächst geht es entlang schier unendlicher, weitgehend unbewohnter Dünenstrände, zwischen Safi und El-Jadida ist dann zeitweise Steilküste, immer wieder aufgelockert durch übel stinkende und qualmende Industrieanlagen (Phosphat). Nach einem Kaffee in El-Jadida, wo aus unerfindlichen Gründen alle paar hundert Meter eine Polizeipatrouille steht, wählen wir für die letzten 100km bis Casablanca die Autobahn.

Feierabendverkehr in Casablanca, der mit über 3 Millionen Einwohnern grössten Stadt Marokkos, ist lustig, vor allem wenn man wie ich nach meinem Sturz zu Anfang der Reise keinen Rückspiegel mehr hat. Ausser Hafen, Industrie und Bürohochhäusern hat die Stadt nichts zu bieten. Wir folgen dem GPS ins Ibis City Center, direkt am Hafen gelegen. Durch den spazieren wir kurz, landen im Rotlichtviertel, haben keine Lust mehr, ein Restaurant zu suchen und essen im Hotel zu abend.

 

Freitag, 18. April 2008
Casablanca - Tetouan

385km

Bei unserer Abfahrt regnet es erstmals während dieser Reise richtig heftig. Wir wollen nochmal den Berufsverkehr geniessen, fahren bis Mohammedia 20km durch Vorstädte, die schon sehr an Slums erinnern. Das Wetter entwickelt sich zu echtem deutschen Aprilwetter mit Sonne-Wolken-Regen-Mix.

In Rabat wollen wir eigentlich durch die Stadt, aber ich biege falsch ab und wir fahren über den Autobahnring, sehen von der Stadt leider nix. Hinter Larache verlassen wir die Autobahn. Das Hügelland zwischen Atlantik und Mittelmeer ist satt grün, teilweise bewaldet. Mit dem wechselhaften kühlen Wetter fühlt man sich wie zuhause.

In Tetouan selber finden wir kein Hotel, das uns zusagt, landen schliesslich im El Yacouta am nördlichen Stadtrand. Gegenüber ist ein Supermarkt in dem wir marokkanischen Wein kaufen, ansonsten ist's wie zu hause im Supermarkt auch. Später treffen Bernd und Steffen von ihrer Schluchten-Tour ein.

 

Samstag, 19. April 2008
Tetouan - Ceuta - Algeciras - Malaga

204km

Heute wird Bernd 40! Als kleines Geschenk gibt's eine handsignierte Flasche marokkanischen Rotweins, mit Kerze obendrauf.

Marokko verlassen wir bei Sonnenschein, die Grenzabfertigung nach Ceuta dauert etwas, da nur ein Zollschalter (Ausfuhr unserer Fahrzeuge) geöffnet hat. In Ceuta merkt man unserem Geburtstagskind seine Altersdemenz an, er führt uns trotz GPS auf der Suche nach einer Tanke und einem Ticketbüro (beides, so haben wir bei unserer Einreise vor ewigen drei Wochen gesehen, direkt am Hafen) sage und schreibe drei mal auf der selben Route durch die Altstadt (die nun genau nicht in Richtung Hafen liegt).

Wie wir Afrika verlassen, weint der Himmel, ausserdem führt heftiger Seegang dazu, dass aus den Sanitärbereichen der Fähre bald vielfältige Würgelaute zu uns dringen (der Reiseführer schreibt, dass die arabische Sprache von Würgelauten geprägt wäre, aber so ist das wohl nicht gemeint). Bis Malaga bleibt's regnerisch, wir haben wenig Lust auf Hotelsuche und nehmen das Ibis direkt an der Autobahn, wo Bernd uns auf seinen Geburtstag zum Abendessen einlädt. Anschliessend noch Eis im McDonalds.

 

Sonntag, 20. April 2008
Malaga - München

Rokko, der Fahrer unseres Rücktransporteurs Moto-Cargo, hat sich gestern abend schon mal telefonisch gemeldet, und gesagt, er habe noch keine Ahnung, wo er seine derzeitige Ladung genau hinbringen müsse. Daran ändert sich auch heute morgen zunächst nix, wir fahren erstmal vollbepackt zu einem Strandcafe und warten. Gegen ein Uhr ist es dann soweit, Rokko hat sein Ziel gefunden, ein Industriegebiet günstigerweise in der Nähe des Flughafens. Wie wir hinkommen, ist er fürchterlich am fluchen, weil das mit dem entladen alles nicht so klappt wie gedacht. Dafür haben wir dann den ganzen Hänger für uns alleine, die Mopeds kommen auf Paletten, die Koffer können montiert bleiben. - Die Motorräder sind eine knappe Woche später in Holzkirchen. Zuvor werden sie jedoch in Deutschland nochmal umgeladen, wobei Bernds Koffer beschädigt werden, Steffens Helm abhanden kommt und sein Spiegel abgebrochen wird. Der Spediteur verweist uns an seine Versicherung, was noch ein längeres hin und her gibt, bis alles geregelt ist.

Zu Fuss schlagen wir uns durch das Industriegebiet, über die Autobahn zum Flughafen. Unser Flug nach Madrid, wo wir eine Stunde Aufenthalt haben sollten, startet mit einer Stunde Verspätung. Gott sei Dank hat unser Anschlussflug nach München gleich eineinhalb Stunden Verpätung. - Ein Wort zu Iberia: So miese, extrem enge Sitze und so schlechten Service habe ich noch nie erlebt. Gepaart mit den schlecht kommunierzierten Verspätungen auf dem Rückflug, will ich versuchen diese Gesellschaft in Zukunft zu meiden. Ok, war mit Abstand der billigste Flug.

Um 23.45 Landung in München, eine knappe Stunde später mit der S-Bahn zu hause. Montag habe ich noch Urlaub und kann erstmal ausschlafen.

Das wars ...

 


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